Schulschach als freiwillige Arbeitsgemeinschaft war gestern. Heute soll Schach verbindliches Schulfach werden. Dafür setzen sich mit großem Engagement sowohl Verbände wie der Deutsche Schachbund und die Deutsche Schachjugend als auch Stiftungen wie u. a. die Deutsche Schulschachstiftung sowie private Schachschulen ein. Schach als Pflichtfach für alle Schüler benötigt zu seiner Durchsetzung aber nicht nur Geld und Engagement, sondern vor allem eine bildungspolitische Begründung, die Politiker, Lehrer, Eltern, Schüler und die Öffentlichkeit zu überzeugen vermag. Und genau hier wird die Sache leider problematisch. Mehr lesen
Kampf der Könige: Aufklärung über “Opposition”
Dieser Artikel ist eine Ausnahme. Normalerweise erwähne ich neues Trainingsmaterial (siehe Navigation oben) nicht in einem Blogeintrag. Aber “Opposition” ist ein so oft missverstandenes Konzept, dass ich den Anfang der Lektion “Aufklärung über Opposition” (Download des pdf-Dokumentes hier) auch blogge. Es geht um die einfachen, aber selten erklärten Grundlagen. Zuerst gibt es eine kurze Einführung zu Herkunft und Formen der Opposition. Dann werden offensive und defensive Funktion der Opposition dargestellt, der Mechanismus der Umgehung erläutert, sowie die Konzepte Hauptlinie und Nebenlinien, Dreiliniensystem und Zweiliniensystem vorgestellt. Wer mehr wissen möchte, kann dann ja immer noch in der oben genannten Lektion weiterlesen. Mehr lesen
“Tote Stellungen” in Regelwerk, Komposition und Partie
In einer Partie wird eine Mattstellung erreicht. Doch beide Spieler machen noch einen weiteren Zug. Erst dann stellen sie das Matt fest und beenden die Partie. In einer Turnierpartie zwischen Großmeistern wäre dies schon sehr seltsam, oder. Vergleichbares geschieht aber regelmäßig in bestimmten Remisstellungen. Und kein Schiedsrichter greift ein. Nach den Regeln ist die Partie beendet. Trotzdem wird ein weiterer Zug gespielt, aufgeschrieben und alles auch noch veröffentlich. So geschehen gerade wieder in der Partie Arndt Lauber gegen Konstantin Landa am letzten Bundesligawochenende. Mehr lesen
Die Tücke der Frontal-Verteidigung
Die Frontal-Verteidigung gehört zu den elementaren Methoden im Endspiel “Turm und Bauer gegen Turm” (siehe “Elementare Turmendspiele”). Eigentlich ist sie auch gar nicht so schwer zu verstehen. Dennoch bereitet sie in der Praxis regelmäßig Schwierigkeiten. Die Frontal-Verteidigung hat so ihre Tücken. Doch diese haben durchaus ihren Reiz. Was sich anhand von drei dazu noch lehrreichen Beispielen aus der Endspielpraxis von vier Großmeistern und zwei Amateuren leicht zeigen lässt.
“Klüger durch Schach?” – Glarean Magazin, Multiposting und Borniertheit
Nie habe ich einen Artikel wegen eines so lächerlichen Anlasses geschrieben. Eigentlich nur, weil Herr Walter Eigenmann vom “Glarean Magazin” einen Kommentar nicht für interessant genug erachtet, um diesen freizuschalten. Gut, bei meinen Kommentaren mag das niemand wundern. Aber in diesem besonderen Fall hat es sich um eine direkte Antwort von mir auf eine Stellungnahme von Walter Eigenmann gehandelt, in der ich mich persönlich angegriffen fühlte. Keine Replik mehr zuzulassen, ist für mich nicht nur keine Netikette, sondern grenzt an willkürliche Unterdrückung ungenehmer Äußerungen, wie ich sie zwischen Betreibern von Schachwebseiten nicht erwartet hätte. Dazu steht dieses Verhalten in vollkommenem Gegensatz zum eigenen Multiposting von Walter Eigenmann zum Thema in den deutschsprachigen Schachforen (einfach “glarean klüger” googlen) . Der Link zum Glarean-Artikel ist hier zu finden, Walter Eigenmanns letzter Kommentar, meine nicht frei geschaltete Antwort und seine Ablehnung folgen zwecks Dokumentation. (Nachtrag 30.11.09: sowie eine Richtigstellung) Mehr lesen
Das Mousetrapper-Motiv
Keine Angst! Hier wird keiner Maus ein Haar gekrümmt. Und es geht auch nicht um fiese Webseiten, die ihre Besucher mittels “Mousetrapping” am Verlassen der Seite hindern, z. B. durch endlose Popups. Wer sich dafür interessiert (und sich traut), kann auf der Seite von Richard Stern, “Mousetrapping and Pagejacking” vorbeischauen. Nein, hier geht es um ein wenig bekanntes taktisches Motiv, das ich “Mousetrapper-Motiv” nenne, weil ich es zum ersten Mal auf dem Schach-Blog “Mousetrapper’s Chess Log” gesehen habe. Es hat mir so gut gefallen, dass ich es im Training beim SC Kreuzberg gezeigt habe. Was aber noch nicht das Ende der Geschichte ist. Mehr lesen
Besonderheiten des Endspiels und Hinweise für das Training

Die Könige im Schach haben eine seltsame Doppelnatur
Beginnt das Endspiel nicht mit einem Umsturz? Ruhte seine Majestät gerade noch in seinem Rochadegemach und verfolgte die Mühen seiner Untertanen nur aus sicherer Distanz, erhebt sie sich nun, begibt sich zum Ort des Geschehens und legt sich selbst mächtig ins Zeug. Und doch hat schon seine Ordnung. Weder die Regeln des Spiels noch die Machtverhältnisse auf dem Brett haben sich geändert. Was beim Übergang ins Endspiel auffällt, ist nur die seltsame Doppelnatur des Königs im Schach. Denn der König ist ja nicht nur das primäre Angriffsziel (Matt), sondern eben auch eine Figur, die selbst angreifen kann. Wie auch immer. Mir gefällt der König in seiner neuen Rolle als Diener des kleinen Bauern durchaus. Mehr lesen
Software für Blindschach-Übungen
Darbietungen von Blindschach und besonders Blind-Simultan-Schach sind immer eine Attraktion. Ein solches Spektakel fand vor zehn Jahren in Berlin statt, als Robert Hübner im Blindsimultan an acht Brettern gegen die erste Mannschaft des SC Kreuzberg antrat und fünf Siege und drei Remis erzielte. Harald Fietz hat darüber einen sehr schönen Bericht – “Blinder Durchblick” – geschrieben. Spektakulär ist auch das jüngst aufgetauchte Videozeugnis eines Blindsimultans von Mikhail Tal an zehn Brettern. Steve Giddens hat das Geschehen in einem Chessbase-Artikel zusammengefasst und teilweise ins Englische übersetzt. Bei dem Video handelt es sich übrigens um einen Ausschnitt aus dem 1968 gedrehten Dokumentarfilm “Seven Steps beyond the Horizon”. Mehr lesen
Maurice Ashley’s Pawn Mower
Maurice Ashley wurde 1999 der erste farbige Großmeister im Schach. Wer mehr zu seiner Person wissen möchte, den verweise ich auf die entsprechenden Artikel bei Wikipedia (mit weiteren Links) sowie Chessbase und besonders auf das Porträt bei Chess Drum sowie Daaim Shabazz’ Artikel The Mind of a Grandmaster mit interessanten Audio-Interviews. Hier noch drei Videos: zwei kürzere Porträts, Americans in Focus: Maurice Ashley und Maurice Ashley: Life as a Grandmaster, und einen längeren, spannenden Bericht, Chess Grandmaster Maurice Ashley. Ich selbst kenne von Maurice Ashley nur sein Computerspiel Maurice Ashley teaches Chess (1997) und sein Buch Chess for Success (2003) – die Besprechung von Chessville hier. Beide finde ich ausgezeichnet und werde demnächst davon berichten, ebenso wie über sein neues Buch The most valuable Skills in Chess (2009), das gerade bei Gambit Publications erschienen ist. Hier soll es aber ausschließlich um Pawn Mower gehen. Mehr lesen







Schulfach Schach? – Teil 2: Die Trierer Schulschachstudie (1)
"Der Denker" von Auguste Rodin (Foto: innoxiuss, Lizenz: cc-by-2.0)
Die Trierer Schulschachstudie hat in den letzten Jahren eine erstaunliche Wirkung entfaltet und es bis auf die Website der Bundesregierung geschafft, wo es im September 2007 heißt: “Schachunterricht ist gut für die kognitive Entwicklung von Kindern. Das hat kürzlich eine Langzeitstudie der Universität Trier erwiesen.” Schach sei gut nicht nur für Konzentration, Rechtschreibung und Mathematik, sondern auch die Sozialkompetenz. Womit es quasi amtlich ist: “Schach macht also nicht nur Spaß, sondern ist gut für mehr – und für die ganze Gesellschaft.” (siehe hier) – Problematisch wird es nur, wenn jemand die Studie tatsächlich liest. Mehr lesen »